Manchmal sieht man den eigenen Wunsch vor lauter Möglichkeiten nicht.

So geht es mir gerade mit meiner ersten eigenen Wohnung. Farben, Küche, Boden… Alles muss ich alleine entscheiden. Und es gibt so viele Ideen, was man machen kann. Umso faszinierender, dass ich nach 2 Wochen alles geplant habe. Ich bin im Prinzip fertig. Bis auf ein paar Kleinigkeiten. Ich weiß, was ich will und was nicht. Ich weiß, wie ich es umsetze. Ich bin fasziniert von mir selbst und trotzdem fehlt mir die Sicherheit auf meine Entscheidungen zu vertrauen.
Und morgen unterzeichne ich endlich den Mietvertrag. Ab Februar heißt es dann „Ade Vluyn, hallo Moers“.

Ich freue mich so, aber ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich keine Angst habe. Angst zu versagen, zu verarmen oder plötzlich zu vereinsamen. Ich habe nie alleine gewohnt und nie vollständig für mich alleine gesorgt. Ich war fast 17 Jahre immer mit Sebastian zusammen und davor das behütet Kind meiner Eltern
Nun muss ich alleine klar kommen. Alles alleine schaffen und entscheiden. In mich selbst vertrauen.

Und das zu lernen gehört wohl jetzt dazu. Eine ganz neue Form des in sich selbst vertrauen.

Würde ich mich von außen beobachten, würde ich ohne Sorge zu haben vertrauen. So ist es aber nicht. Ich sehe mich nicht von außen, bin keine Fremde oder gar befreundete Person, sondern ich. Ich selbst mit allen Erfahrungen, Macken und Fehlern. Die Frau, die für jede Situation immer einen Plan hat. Und trotzdem fehlt mir das unerschütterliche, selbstverständliche Selbstvertrauen, was ich haben sollte. Schließlich habe ich schon so viel gewuppt und überstanden. Immer Pläne und wenn mal etwas nicht klappt, suche ich nach Lösungen bis ich eine habe. Das ist typisch Jule. Das habe ich bin meiner Mutter geerbt. Ein gutes Erbe.

Aber auch wenn ich für diese Erfahrung noch Zeit brauche, ich bin nicht alleine. Sondern ich habe tolle Freunde und einen tollen Partner an meiner Seite, die mir helfen werden und auf mich vertrauen.

Was will ich mehr?

Ade Vluyn

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