Das Café in dem ich auf meinen Mann warte ist voll. Total voll. Und ich bin eingezwängt zwischen den sitzenden Körpern hinten in der Ecke. Es fühlt sich an als wenn sie alle auf mir liegen würden. Mich erdrücken und ersticken.

Aber ich bestelle einen Cappuccino und erwarte in freudig. Ich bin alleine und warte. Kein Mann, kein Hund. Nur ich und der Tod. Vielleicht. Oder auch nicht. Wahrscheinlich eher nicht. Oder doch. Noch mehr Menschen kommen in das Café. Ob die Luft in dem kleinen Raum überhaupt ausreicht?

Ich lebe immer noch. Die Bedienung ist gestresst und kegelt mit Gläsern und Flaschen. Ich bin amüsiert und die Angst wird etwas besser. Mittlerweile ist auch mein Mann mit am Tisch angekommen. Er verbraucht auch Luft. Ich überlege ihn zu bitten weniger zu atmen, komme mir dabei aber selbst blöd vor und lass es. Mir ist klar, dass es nur meine Angst ist, die mir diese Idee einpflanzt.

Ich trinke meinen Cappuccino, schreibe und beobachte mich selbst. Etwas, was tatsächlich perfekt hilft.

Ich werde überleben. Wie immer.

Agora-wieso

Beitragsnavigation