Ich bin in meiner persönlichen Hölle angekommen. Die Angst frisst mein Innerstes auf und spuckt es im hohen Bogen wieder aus. Spuckt es in mitten von fünfzehn Personen auf den Frühstückstisch der Tagesklinik. Sie liegt zwischen Kaffee, Tee und Brötchen.

Jeder dieser fremden Menschen erinnert mich an eine Persönlichkeit, die ich in meinem Leben getroffen habe. Leute, die mich verletzt, gedemütigt und verängstigt haben. Ich bin mitten in der Hölle angekommen und möchte einfach nur fliehen. Mein Körper reagiert prompt und erklärt mir, wie überfordert und panisch ich bin. Als wenn ich das nicht schon bemerkt hätte.

Ich will weg und bleiben,

will schreien und schweigen,

will lernen und gleichzeitig aufgeben.

Will nicht voran, aber auch nicht zurück gehen.

Trigger überall. Trigger an jede Ecke. Trigger, Trigger, Trigger….

Mein Innerstes heult auf, schreit, zerreißt mich….

Ich bin zerstört.

Ich war nie heile. Ich spüre meine Scherben.

Ich will weinen und sterben, damit es vorbei ist.

Mein Karussell dreht sich in alle Richtungen.

Erinnerungen kommen hoch, wie Wasser aus einem verstopften Abfluss.

Eine Schwester ist überrascht, wie viel Text schon in meinen Unterlagen steht. Die Geschichte meines Lebens ist lang. Mein Leidensweg ist zu lang für mein Alter. Wahrscheinlich sehe ich deshalb so jung aus. Ich bin stehen geblieben in der Zeit. Will nicht Altern solange es sich nicht auch für mich lohnt.

Ich hasse diese Ankunft. Zu viel Rückblick, zu viele Menschen, zu viele andere Geschichten, zu viel Überforderung.

Aber mein Weg hier geht erst los.

Das Ende des Tages wird einen anderen Rückblick liefern.

Tagesklinik Tag 1: Angekommen

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