Mein Glück auf 4 Pfoten


Das Team Nera und Jule

Nera ist meine Border Collie Hündin und kam am 16.01.2018  in Troisdorf als Erstgeborene des Wurfes zur Welt. Als Einzige wurde sie auf einem Bett geboren. Den Hang zur Gemütlichkeit hat sie behalten. Aktuell befindet Nera sich in der Ausbildung zur „Assistenzhündin für Menschen mit einer psychischen und psychiatrischen Erkrankung“.

Schon jetzt holt sie mich aus Dissoziationen und begleitet mich durch Anspannungsspitzen, Depressionen und Panikschübe. Mittlerweile kann Nera mir sowohl eine Sitzmöglichkeit suchen, als auch meine Notfalltasche bringen, Hilfe holen und ggf. selbstschädigendes Verhalten unterbrechen.

Das Talent dazu zeigte sie schon in den ersten Wochen bei uns. Weshalb man sagen könnte, dass sie ihren Job selbst gewählt hat. Ohne sie wären momentan einige normale Aktivitäten für mich nur schwer bis gar nicht möglich. Sie gibt mir Selbstständigkeit und Sicherheit. Ich bin ihr unendlich dankbar, dass sie diesen Weg mit mir zusammen geht.

Nera hat aber auch mega viel Freude bei der Nasenarbeit und in der freien Natur, weshalb mein Mann mit ihr Tough Hunter-Läufe absolvieren möchte und ich mit ihr langsam schon Canicross starte. Matsch und Schlamm liegt uns dreien.

Nera ist mein schönstes Schwarz und Weiß und meine größte Motivation.


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Info zum Thema Assistenzhund

„Assistenzhund? Was ist denn ein Assistenzhund


So in etwa beginnen viele meiner Unterhaltungen über meine Hündin. Oder die Menschen fangen an über Therapiehunde zu reden. Dabei ist ein Therapiehund ein Helfer für ausgebildete Therapeuten in deren Fachgebiet.

Dazu gehören unter anderem Ergotherapie, Psychotherapie, Logopädie und viele andere. Im Gegensatz zum Therapiehund ist ein Assistenzhund oder auch Rehabilitationshund ein Hund, der dem Assistenznehmer (Besitzer) bei der Bewätigung des Alltags mit einer chronischen Erkrankung assistiert

Im Rahmen einer psychischen Erkrankung des Assistenznehmers werden diese Hunde zwar auch von einigen Therapeuten in die Therapie mit eingebunden, aber unter einer ganz anderen Voraussetzung und Zielsetzung. Es stärkt die Bindung des Hund-Mensch-Teams und so das Selbstvertrauen des Assistenznehmers. Der Hund kann auch durch taktile Signale den Assistenznehmer auf sein Verhalten oder den Stimmungsumschwung aufmerksam machen und aus der Situation bringen. Falls dies nicht möglich sein sollte, lernen die Assistenzhunde Distanz zu schaffen zwischen ihrem Menschen und fremden Personen, um so für etwas Ruhe und Sicherheit zu sorgen und die Situation im Team meistern zu können oder im Ernstfall sogar selbstschädigendes Verhalten zu unterbrechen.

Nera beim Trainig im EInkaufszentrum

Der bekanntest Assistenzhund ist der Blindenführhund. Leider sind Assistenzhund und Blindenführhunde in Deutschland immer noch nicht gesetzlich vollkommen gleichgestellt. Durch eine Änderung des § 33 SGB V könnte hier eine Gleichstellung erwirkt werden. Hierzu ist seit Anfang 2017 aber immer noch keine Änderung beschlossen. Siehe hierzu den Entschluss des Bundesrates „Link“ und die Stellungnahme der Bundesregierung „Link“.

Hier ein Tipp:
Auf der Seite der Pfotenpiloten sind alle Urteile und Gesetztesgrundlagen zum Thema Assistenzhund nochmals ausführlich aufgeführt.

Mittlerweile auch sehr bekannt sind Hunde, die Schübe von Epilepsie, Diabetes oder auch Allergien und Migräne erkennen und beim Menschen Bescheid geben können. Bei Anfällen kann es hier teilweise auch um Sekunden gehen, weshalb diese Hunde oft sogar Hilfe holen oder Alarmknöpfe bedienen können.

Der Druck auf den Körper beruhigt in unsicheren Situationen (Druckmassage).

Wie man schon merkt, gibt es Assistenzhunde für sehr viele verschiedene Einsatzgebiete bzw unterschiedliche Erkrankungen. Hier mal eine Auflistung, die ich sehr interessant finde:

  • Blindenführhunde
  • Assistenzhunde für LPF
  • Mobilitätsassistenzhunde
  • PTBS-Assistenzhunde
  • Diabetikerwarnhunde
  • Signalhunde
  • Assistenzhunde für Menschen mit psychischen und psychiatrischen Erkrankungen
    (wie Schizophrenie, Essstörungen, schweren Depressionen, Biopolarer Störung und Borderline)
  • Epilepsiewarnhunde
  • Epilepsieanzeigehunde
  • Autismushunde
  • Asthmawarnhunde
  • Medizinische Warnhunde/Anzeigehunde
  • Allergieanzeigehunde
  • Schlaganfallwarnhunde
  • FAS-Assistenzhunde
  • Demenz-Assistenzhunde

Wenn ihr Erklärungen für die einzelnen Assistenzhunde sucht, schaut mal hier vorbei

Blocken an der Einkaufskasse

Assistenzhunde sorgen übrigens nicht nur für ein besseres und aktiveres Leben ihrer Assistenznehmer, sondern ersparen auch den Krankenkassen nachweislich sehr viele Ausgaben. Leider bleiben die Haltungskosten und Anschaffungskosten in Deutschland an den erkrankten Personen haften anstatt zumindest teilweise durch das Gesundheitssystem gedeckt zu werden.

Was letztlich zu erwähnen wäre ist, dass diesem Thema meiner Meinung nach mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Es wird immer viel von Inklusion geredet, aber keiner weiß, was ein Assistenzhund ist und oft wird keine Rücksicht genommen oder der Hund wird gestört. Oft durch Hunde und Kinder , die sogar dazu ermutigt werden. Dabei ist es für die Erkrankten ein absoluter Horror und meistens sogar sehr gefährlich, wenn der Hund bei der Arbeit gestört wird. Der Spruch „der tut nix“ trifft dann leider nicht zu, den stören hat immer Folgen für den Erkrankten.
Dazu gibt es leider schon viele traurige Geschichten einiger Assistenznehmer, die duch Wissen, Mitdenken und Mitgefühlt der Mitmenschen hätten vermieden werden können anstatt im Krankenhaus zu enden.


Viele Erkrankungen sind von Außen nunmal nicht sichtbar, aber nicht jeder Hund trägt ein derart auffälliges und teilweise schon aus Frust mit Patches tapeziertes Geschirr, da die Kennzeichnung einfach ignoriert wird. Und immer, wirklich immer steht Assistenzhund auf dem Geschirr oder der Kenndecke!

Verlässlichkeit ist das A und O für Mensch und Hund

Des weiteren wird auch tatsächlich ein Unterschied zwischen Assistenzhunden eines Assistenznehmers mit Schwerbehindertenausweis mit Merkzeichen und denen ohne Schwerbehindertenausweis gemacht, was aber doch am Ausbildungsgrad des Hundes keinen Unterschied macht. Das beste Beispiel hierfür ist die Bahn, wo einige Assistenzhunde sowohl ein Zusatzticket benötigen als auch Maulkorb tragen dürfen, da sie nicht als Begleithund oder Führhund gelten. Laut der Richtlinien der Deutschen Bahn ist der Besitz eines deutschen Schwerbehindertenausweises erforderlich, in dem der Vermerk BL, Blind, aG, H oder Gl auf der Rückseite eingetragen ist oder die Notwendigkeit der ständigen Begleitung ist nachgewiesen (§145 Unentgeltliche Beförderung). Wobei letzteres Auslegungssache ist, weshalb einige Assistenznehmer dank des Attestes ihren Hund kostenfrei und ohne die Verwendung eines Maulkorbes mitführen dürfen.
Aber es macht keinen Sinn, die Fähigkeiten eines Hundes oder seinen Nutzen an einem SBA oder einem Merkzeichen fest zu machen.

Einheitliche Regelungen und Gesetze müssen da her, damit es für den Assistenznehmer einfacher und stressfreier wird.

#Inklusion #nostigma #wirsindviele