Manchmal landet man an den unterschiedlichsten Orten. Und das, wo man eigentlich woanders hin wollte. So wie ich gestern. Eigentlich sollte der Weg in einen neuen Club führen. Zur Cluberöffnung. Wir waren also eine Stunde nach Einlassbeginn dort. Man kommt bei sowas schließlich nicht als Erstes.

Wären wir mal.
Denn eine Stunde nach Eröffnung war der Laden rappelvoll. Sogar in den folgenden Stunden sollten die Leute in der anstehenden Schlange nicht in diesen kleinen Club kommen. Denn sie hätten allesamt nicht mal reingepasst. Die Rechnung ging also vorne und hinten nicht für uns auf.
Fazit: Kein Reinkommen!
Als Alternative gab es einen anderen Club, der circa 6 m weiter zu finden ist. Nur waren zu der Zeit schon alle Clubs in der näheren Umgebung restlos überfüllt. Kein Reinkommen vor nächster Woche.

So landeten wir in einer Kneipe in der Innenstadt. Einer verrückten kleinen Kneipe Mitten in der Stadt der Seide. Einer Kneipe, wo sich so viele unterschiedlichste kuriose Menschen befanden, dass es der perfekte Ort für eine Sozialstudie gewesen wäre.

Zu finden waren natürlich viele betrunkene Teenager. Aber auch ein älterer Herr mit einer blauen Mütze, die aus den 69ern hängen geblieben war. Genauso wie er. Daraus machte er auch kein Geheimnis. Die zwei älteren Herren am Tisch in der Mitte machten den Eindruch als wären sie von zu Hause geflohen. Daneben saßen junge Männer in Kellogs-T-Shirts. Punks, Metaller, Motoradfans, zwei übergewichtige Mädchen auf der Suche nach der großen Liebe und eine Gruppe Nerds, die absolut nicht in diese Location passten, rundeten das Bild, was sich mir bot, ab. Und dann waren da noch wir. Die verlorenen Mädels in zu schicken Kleidern, total aufgestylt, die einfach noch irgendwohin gehen wollten, damit der Abend nicht so sinnlos erschien. Wir erfüllten also auch ein Klischee, genauso wie jeder andere in dieser Kneipe es tat.

Nachts um halb zwei sieht die Welt so viel anders aus. Überdeutlich und voller Geschichten. Ich weiß nicht, was ich in dieser Bar gefunden habe, aber irgendetwas arbeitet seit dem hinter meiner Schädelwand. Als wenn es dort einen Funken Erkenntnis für mich zu finden gab. Nachts um halb 2 mitten unter den ganzen angetrunkenen kuriosen Menschen, von denen jeder sicherlich auch seine eigene spannende Lebensgeschichte zu erzählen gehabt hätte.

Als wäre es ein Platz verlorener Seelen gewesen. Ein Fleck an dem durch einen Zufall die unterschiedlichsten klischeebehaftetetn Menschen aufeinander treffen, weil sie aus einem unerfindlichen Grund genau zu diesem Zeitpunkt dort sein müssen. Eine Ort wie in einer dieser Mystery-Fernsehserie aus den 90ern.

Vielleicht war diese Kneipe gar nicht real gewesen…..

Die Kneipe

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