Ist Euch mal aufgefallen, in wie vielen Mikrowelten wir täglich unterwegs sind?
Da ist unser Zuhause mit der Familie und unsere Arbeitswelt. Aber auf dem Weg zwischen diesen Welten befinden wir uns dann schon wieder in der Welt des Straßenverkehrs, mit ihren ganz eignen Regeln. Eine Welt, die wir aus einer ganz anderen Perspektive wahrnehmen als jede andere dieser Mirkowelten. Wir als Mensch sehen durch eine Scheibe in eine Welt voller Fahrzeuge.
Später am Tag laufen wir in der anonymen Welt der Einkaufsläden umher, wo man Einkaufswagen ausweichen muss oder man als Kind lernte, was denn nun ein Dutzend ist. Geleitet durch Hunger und einen Einkaufszettel irren wir durch Gänge mit Lebensmitteln und nehmen die anderen Menschen kaum als Menschen wahr.
Ähnlich wie in Wartezimmern oder öffentlichen Verkehrsmitteln ist alles sehr distanziert und man will auch gar nicht in Kontakt treten, sondern nur für sich sein. Sein Ding machen. Man ist alleine und doch unter vielen.

In den Meisten dieser Welten ist man heutzutage alleine und anonym unterwegs. Man ist es auch gewohnt. Wie im Internet auch. Nur dass man sein Profilbild als wahrhaftiges Gesicht ohne weitere persönliche Daten mit sich umher trägt. Wo früher der Tante Emma Laden umme Ecke Anlaufstellte und Tratschtreffpunkt war, sind es heute eben soziale Plattformen. Für zeitaufwendige soziale Aktivitäten fehlt vielen einfach die Zeit. Wen wundert es da bitte, dass wir unser Handy so oft in die Hand nehmen? Wer ist schon gerne alleine?

So haben wir zumindest eine Mikrowelt in der wir nicht alleine sind immer dabei. Man hat nie das Gefühl vollkommen alleine zu sein, denn die Verbindung zu anderen ist immer da. Das soziale Agieren bleibt dabei aber auf der Strecke und so vereinsamt man ohne es zu bemerken in einem sehr aktiven, stressigem Leben, wo Menschen nicht nur im Berufsleben einfach austauschbar sind und psychische Erkrankungen, die man bloss nicht bekommen darf, immer öfter auftreten. „Bloß nicht hinsehen“ ist offenbar in vielen Bereichen des Lebens ein durchgehendes Motto geworden. Nur leider bemerkt man diese Einsamkeit oft erst, wenn das Kind groß, das Berufsleben zu Ende oder die Gesundheit am Boden ist.

Schöne neue Welt.

Ein richtig gutes Fazit fällt mir hier ehrlich gesagt nicht ein. Nur ein Rat:

Bau Dir Dein Leben nach Deinen eigenen Spielregeln, wie Du es für Dich und Deine Lebenszufriedenheit benötigst. – Alles andere ist Bullshit!
Letztlich bist nämlich Du der Mensch, der dieses Leben lebt und auch später auf sein Leben zurückblicken wird.
Da wäre es doch gut immer sagen zu können „Ich bin zufrieden!“.


Einsame Mikrowelten

Beitragsnavigation


Kommentar verfassen