Morgen ist Mittwoch, der Mittwoch an dem mein Mann mit seiner besten Freundin auf Fahrradtour fährt.

Und ich bleibe zuhause.

Für solche Touren bin ich körperlich nicht ausgelegt worden. Offensichtlich meint die Natur, dass mir Unsportlichkeit besser steht. Ich würde nach 100m wahrscheinlich aufgrund des eintretenden Sauerstoffmangels vom Fahrrad fallen und dem Boden der Tatsachen sehr nahe kommen.

Schließlich ist mein Anteil an Muskelmasse geringer als bei manch einem Kleinkind. Ich habe es  in meiner Vergangenheit sogar schon geschafft, mir beim Aufstehen einen Bänderriss zu holen. Kein Scherz!

Eigentlich bin auch ganz zufrieden damit hier zu bleiben. Ich kann mich mit Nera ganz alleine beschäftigen, malen oder einen Film gucken.

Wären da nicht zwei Begleiter in meinem Leben, die mir die männerfreie Zeit verderben wollen – Borderline und Panikattacken.

Diese Angst vor der Einsamkeit.

Angst paranoide und eifersüchtige Ideen zu bekommen und am Rad zu drehen.
Oder Abends diese Angst vor der Dunkelheit, vor Einbrechern. Panik vor der Junghundgruppe am Donnerstag, wo ich das erste Mal alleine ohne meinen Partner hingehen möchte.

Diese Angst davor Panikattacken aufgrund meiner körperlichen Probleme zu bekommen.

Mancheiner würde sagen, dann sag etwas und fahr dann nach Hause. Aber da kommt dann die Sozialangst ins Spiel.

Ich will niemanden zur Last fallen, damit belästigen oder meine Ängste zu sehr zeigen und mich für Menschen angreifbar werden.

Irgendwann muss ich aber raus, das weiß ich. Schon alleine um nicht zu verhungern.

Aber wie soll ich es in den 5 Tage nur mit mir aushalten und das alles schaffen?, sagt mein Kopp.

Aber dann höre ich diese eine Stimme, die ich mir in den letzten 14 Jahren hart erarbeitet habe. Sie sagt mir ich soll mal runter fahren und langsam machen.

Ich bin nicht alleine in der Dunkelheit oder wenn ich durchdrehe, an meinem Rad drehe. Nera ist auch da.

Und irgendwie werde ich es schaffen und wieder einen Schritt mehr machen.

Diese Tage sind eine Chance für mich zu üben und wieder etwas mehr Leben in mein Leben zu lassen.

Und das werde ich angehen. Schritt für Schritt.

Und es naht DER Mittwoch

Beitragsnavigation