Ich hasse Arztbesucht. Zu oft in den letzten Jahren lag ich auf irgendwelchen Behandlungstischen. Heute um halb Acht auch wieder. Seit nun gut 2 Jahren plagen mich alle paar Wochen Geruchsstörungen. Ich rieche etwas, was gar nicht da ist. Man nennt das Phantosmie.

Also musste ich heute zum CT. Früh am Tag. Ruhig liegen in einem Gerät, was Dich hin und her bewegt und dabei auch noch laut ist. Nicht so laut wie ein MRT, aber trotzdem laut genug.

Natürlich freute sich meine Panik darüber, direkt früh am Morgen zur Tat schreiten zu können. Unbekannter Ort, unbekannte Personen und das Unwissen darüber, wie lange ich in dieser unglückseligen Lage innerhalb des CTs verbleiben muss.

Gottseidank nur zwei Minuten. Lange zwei Minuten.
Zwei Minuten in denen ich nur einen Gedanken hatte. Ein Mantra, was mich davon abhielt durchzudrehen.

„Sag, dass es vorbei ist!“, „Sag, dass es vorbei ist!“, „Sag, dass es vorbei ist!“…

Als die Dame mich dann tatsächlich erlöste, schaffte ich es gerade eben noch in den Umkleideraum Nr 7 zurück, um dort dann auf den Boden zu sacken. Der Boden war kalt und die Wand hinter mir rau. Eine Wand mit weißer Raufasertapete stärkte mir den Rücken. Luft, ich brauchte wieder Luft. Irgendwie hatte ich vergessen zu atmen.

Zu viel Angst! Zu viel Stress! Es brauchte weitere 2 Minuten bis ich wieder ohne Hilfe laufen konnte.
Der Arzt erlöste mich dann mit den Worten, dass alles ok sei mit meiner Nase. Das war mir aber eh schon klar.

Depressionen können nämlich vieles. Auch Geruchsstörungen hervorrufen.

(Trotzdem musste natürlich etwas Schlimmeres ausgeschlossen werden.)

Mantra

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