Lange konnte ich nichts schreiben. Und das nicht aus Zeitmangel oder aus technischen Problemen, sondern weil es mir einfach total dreckig ging.

Erst mein schlimmer Zusammenbruch, danach hatte Nera Probleme mit dem Hinterlauf, darauf folgte dann eine fette schmerzhafte Gastritis. Und da das irgendwie noch nicht reichte, kamen dann Herzrhythmusstörungen und schwere Panikanfälle mit Luftnot samt Rettungswagenaktion aufgrund meiner neuen Tabletten hinzu, wie sich später rausstellte. Das Topping dieses eh schon traumatischen Erlebnisses war dann ein Notarzt ohne jegliches Feingefühl und mit einer Menge Vorurteile und demütigender Sprüche aufgrund meiner Borderlinesymptomatik, so dass ich im RTW zu dissoziieren anfing und hoffte, dass ich bald tot umkippte. Die sehr provokanten Sprüche zeigten mehr als deutlich, dass er offenbar jede Frau mit emotionaler Instabilität für promiskuitiv hält. Ich hatte furchtbare Angst und bin über die Erfahrung auch noch nicht hinweg.

Und nein, auch da war das Ende noch nicht erreicht, denn ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt schon 6 Wochen einen Knoten in meiner Brust ignoriert, den ich natürlich länger nicht ignorieren durfte. Zu meinem wenigen Glück dieses Jahr zählt genau der Punkt, denn der Knoten stellte sich als ungefährlich heraus. Aber nun über die Weihnachtsfeiertage holte mich natürlich noch eine dicke fette Grippe samt ekeliger Geruchsstörung in der Nase ein, wovon mir ständig übel wird. Genau in den Tagen, wo ich mit meinem Mann einfach mal nur Ruhe genießen wollte, was bis dato nicht wirklich möglich für mich war.

Und neben all dem Mist der letzen Wochen kamen ja auch immer wieder neue Hiobsbotschaften von Außen. Probleme mit der Krankenkasse, Termine bei der Arge, Bögen zum Ausfüllen, die Mazda Rückrufaktion meines Autos (wo ich nun einen Termin beim Service machen muss) und und und…

Sogar meine Therapeutinnen bekommen volle Breitseite mit, wie viel Pech ich gepachtet habe. Sobald ich mir mit letzter Kraft etwas auf die Haben-Seite gepackt habe, kommt wie automatisch etwas von Außen, was mir wieder jegliche Kraft nimmt. So geht das schon seit Jahren und so geht es für mich nicht weiter.

Ich kann nur hoffen, dass das Jahr 2019 milder mit mir ist und mir die Chance gibt mein Leben wieder in eine Bahn zu bekommen, auf der ich mich wohl fühle und wo ich blühen und gedeihen kann. Ich habe nämlich mittlerweile nicht mal mehr einen Funken Kraft übrig, sondern laufe nur noch auf Autopilot. Meine Therapeutin sagte, dass der Fortschritt in der Therapie einer Depression wie eine Schleife verläuft und man in der Zeit dieser Depression einfach dranbleiben muss. Es wird besser.

So führe ich nun eine Liste mit meinen täglichen Herzmomenten in der Hoffnung, dass es immer mehr davon gibt und die „Anschläge“ und für mich momentan noch „unerträglichen Erlebnisse“ von Außen aufhören oder nach und nach erträglich werden. Alles was einem in der Depression bleibt ist die Hoffnung darauf, dass man zäh genug ist das durchzustehen und dass es bald besser wird.

Meine Hoffnung für 2019 ist, dass ich so vielleicht mehr gute Dinge am Ende des Jahres aufzählen kann als dieses Jahr. Die guten Dinge dieses Jahr waren nämlich Neras Einzug, mein Beitrag zu den Mutmachleuten und dass der Knoten in meiner Brust unbedenklich ist.

2018, es wäre sicher mehr drin gewesen!

Mein ganz persönlicher Jahresrückblick

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