Meine Gedanken zur

Stigmatisierung von psychischen und psychiatrischen Erkrankungen

 

Stigmatisierung ist ein Thema für viele von uns Erkrankten, denn es sorgt oft für Probleme im Beruf, Alltag und leider auch in der eigenen Familie.

Mittlerweile bin ich der Meinung, wenn ich selbst positiv, konstruktiv und offensiv mit meiner Erkrankung umgehe, dann kann mein Gegenüber diese auch besser akzeptieren.

Unwissenheit führt fast immer zu Angst und die dann wiederum zu negativen Gefühlen und Gedanken.

Beispiele für dieses Phänomen kennt schließlich jeder von uns.

Mit offensivem Agieren kann man sicherlich nicht alle Situationen aufhalten, aber ich denke, einigen Leuten zumindest die Luft aus den Reifen lassen und die Welt so etwas leichter und bewusster für sich selbst gestalten.

Offensiv zu sein ändert auch etwas in einem Selbst.

Ich kann positiver mit meiner Erkrankung umgehen und für mich eintreten. Authentischer rüber bringen, dass ich durch meine Erkrankung nicht eine Belastung für den anderen oder weniger wert bin.

Schließlich ist es mein Rucksack und nicht der eines anderen!

Wer kennt es nicht, den Gesichtsausdruck der auf das Outing schlagartig entsteht.

Die Angst beim Gegenüber belastet zu werden, wo doch jede Therapieform das Ziel verfolgt, das wir reflektiert und eigenverantwortlich Agieren.

Wäre die bessere erste Reaktion des Gegenübers nicht eher „Machst du eine Therapie“ anstatt eine Schublade zu öffnen?

Ich stehe mittlerweile zu meiner Erkrankung und rede sehr oft offen darüber. Nera ist da an schlechten Tagen auch für mich eine tolle Brücke.

Jeden Tag wird es etwas leichter und etwas normaler. Ich denke nämlich, dass eine wirkliche Veränderung nur durch uns Betroffene ausgelöst werden kann.

Gesicht zeigen ist daher für mich eine Herzensangelegenheit.

Ich hoffe, dass ich dazu immer die Kraft behalten werde, auch wenn es mal schwierig ist und nahe Menschen zurück bleiben.