Erst heute habe ich im Gruppentalk wieder gemerkt, wie sehr unsere Erfahrungen auch unsere Sichtweise beeinflussen. Oft ist da kein Platz, um sich mal in die Haut des anderen einzufühlen.

Die gestresste Kassiererin an der Kasse macht sich schließlich keine Gedanken darum, dass die 30 jährige Kundin vielleicht so unleidlich ist, weil sie seit 10mim mit einem Hüftschaden in der Schlange stehen muss. Wer denkt so weit?

Gleiches gilt aber doch auch für uns selbst. Haben wir gelernt Probleme auszublenden werden wir den Sinn nicht darin sehen hinzuschauen.

Perspektivwechsel sind wichtig, aber schwierig, wenn man sich nicht selbst dazu auffordert oder hinterfragt.

Eine Geschichte dazu ist mir aus vielen Gründen im Gedächtnis geblieben. Vor kurzem sagte jemand zu einem jungen Mädel „Wenn du wieder arbeiten gehst, wirst du deine Schlafprobleme schon vergessen!“

Arbeit hilft, haben frühere Generationen gelernt. Sie half beim Verdrängen des nachkrieglichen Wahnsinns. Aber das waren auch Personen, die durch den Krieg kaum eine Wahl hatten und wo es keine Zeit gab hinzusehen oder Probleme anzugehen. Man musste schließlich irgendwie überleben.
Nach so vielen Jahren und so viel Schweiß, der geflossen ist für ein besseres Leben, sollten wir aber doch auch tun, wofür so gekämpft wurde. Leben!

Heute kann und muss die Frage doch eher lauten „Warum kannst du nicht schlafen?“ und „Was hält dich wach“ oder gar „Wann hat es angefangen? Und was kann der Auslöser gewesen sein“.
Ein Perspektivwechsel wäre hier durchaus angebracht und hilfreicher gewesen anstatt das Mädel mit dem Problem alleine zu lassen oder gar mit so einem eigentlichen Blödsinn abzuspeisen.

Arbeit hilft nicht beim gesund werden. Ablenkung oder Verdrängung ist schließlich in den meisten Lebenslagen nicht das beste Mittel der Wahl. Es kann mehr Schaden als nutzen.

Und Schlafstörungen haben immer eine Ursache!

Ich frage mich ehrlich gesagt auch, wieso habe ich in diesem Moment nicht meine Gedanken dazu einfach ausgesprochen? Hätte ich auch einen eigenen persönlichen Perspektivwechsel nötig gehabt, um es aussprechen zu können?

Perspektivwechsel

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