– über passiv aggrssives Verhalten –

Anmerkung der Autorin:
Oft fällt es mir leichter Dinge zu begreifen, wenn ich sie niederschreibe, Ich habe diese kleine Geschichte über Polly verfasst, weil ich einigen Menschen in meinem Leben schon begegnet bin, die versuchen ihre Probleme mit passiv-aggressivem Verhalten zu lösen. Gerade für mich ist diese Art des Umgangs immer sehr verletzend gewesen. Denn durch passive Aggressivität gibt es keine Chance auf eine Klärung oder gar eine Besserung in einer Beziehung. Man kann selbst auch nicht alleine ein Problem klären, wenn es zwei Leute betrifft. Und sollte es einmal doch funktionieren, kommt in jeder Beziehung immer wieder ein neuer Punkt, der mal schwierig wird. Und schon steht man vor der selben Problematik wie zuvor. Ich habe mir daher gedacht, dass es vielleicht zumindest etwas hilfreich ist, die innere Problematik eines Menschen, der so agieren muss, zu verstehen. Und vielleicht hilft alleine das Wissen darum auch anderen. Ich habe die Protagonistin Polly genannt, weil ich an Polly Pocket in ihrer
Schatulle denken musste. Auch bei Polly Pocket gab es eine kleine festgelegte Welt in einer Schatulle. Alles war vorgegeben und es gab keinen Platz für die eigene große Kreativität beim Spielen bzw Agieren in dieser kleinen Schatullenwelt. Freiheit war undenkbar. Aber es lebt sich deutlich besser, wenn man offen ist und die Gedanken frei und leicht sind.


Polly fällt es leicht Menschen zu verachten oder sogar aus ihrem Leben zu streichen. Wenn sie nicht so sind oder agieren, wie Polly es braucht, bekommen sie es zu spüren. Aber nicht direkt, sondern indirekt. Durch Sprüche, Blicke, Lästereien, eine unechte Freundlichkeit und später dann, wenn sie immer noch nicht kapiert haben, werden sie trotzig gestrichen – von der Telefonliste, von der Gästeliste, aus ihrem Herzen. Einfch überall raus, um dann auch irgendwann vollständig aus ihrem Leben zu verschwinden. Ganz langsam und möglichst unbemerkt. Denn so ist es für Polly am einfachsten. Dann kapieren sie es wenigstens…

Sie sind doch schließlich selbst schuld, denn sie haben es an dem einen Punkt verbockt. Sie haben Polly verletzt und verraten. Es spielt für Polly gefühlt auch keine Rolle, was sie für einen schon alles in der Vergangenheit haben stehn und liegen lassen. An dem einen Punkt war es vorbei. Schließlich passen diese Personen in dieser Form nicht mehr in das Leben, was Polly leben möchte bzw nach Außen vorgibt zu haben. Dieses Leben darf nicht in Gefahr geraten. Es ist ihr ein und alles. Einfach alles was sie hat und was sie ausmacht. Was, wenn sich dieses Leben plötzlich verändert?

Änderungen oder gar Probleme sind nicht gerne gesehen. Und Probleme ansprechen möchte Polly schon gar nicht. Sowas hat man nicht zu haben.
Auch investieren tut Polly nur in Beziehungen aus denen sie Vorteile ziehen kann – in welcher Form auch immer diese Vorteile sind. Alles dreht sich um Aufwertung und Abwertung. Menschen, die das eigene Weltbild gefährden, machen ihr daher eine Menge Angst. Vor allem, wenn diese Menschen Polly an sie selbst erinnern. Ein Spiegel sein können für ihre schwachen Stellen. Nicht, dass sie noch ihr Gesicht verliert… Sich selbst zu reflektieren, hinzusehen oder vielleicht sogar noch hinzufühlen würde Polly nämlich innerlich zerstören. Schwäche zu zeigen oder zu haben gehört für sie nicht zu den Stärken eines Menschen.

Und so hat Polly ihre innere Mauer aus passiv-aggressiven Steinen erbaut. Das hat sie schon in der Kindheit gelernt und verperfektioniert. Täte Polly diese Mauer aber auch nur ein bisschen berühren, würde alles über ihr zusammenbrechen und sie auf ewig unter den Steinen der Schande begraben.

Pollys Geschichte

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