Lange hab ich auf diesen Tag gewartet. Heute haben wir unsere Haustür ausgesucht und uns die Fenster angeschaut. Eigentlich ganz normal, würde nicht jeder Verkäufer davon ausgehen, dass wir mit mindestens einem Kind dort wohnen werden. Ist schließlich ein großes Haus. Und wer denkt schon daran, dass die zusätzlichen zwei Zimmer für jeweils einen von uns sind.

Diese Frage mit den Kindern ist irgendwie sehr komisch für mich. Ich bin nämlich kein großer Fan von Kindern. Als Frau muss man Kinder aber irgendwie schon aus biologischen Gründen toll finden. Bei mir war das allerdings nie so.

Zu Schulzeiten standen alle Mädels immer auf diese Babyposter. Ich fand die mit Hundewelpen süßer. Diesen kleinen Menschen mit Mütze und Socken konnte ich partout nichts abgewinnen. Ich hatte auch keine Puppen, sondern allerlei Plüschgetier.

Ich liebe die Kinder unserer Familie und Freunde. Ich liebe es Spielzeug und Bücher für sie zu kaufen. Spielzeugläden sind so toll. Und ich bin auch gerne selbst albern und kreativ.
Aber fremde Kinder empfinde ich als unaushaltbar anstrengend und sie reizen mein Anspannungslevel. Vor allem sobald sie die Stimme in den für mich gefühlten Ultraschallbereich erheben. Daher gehe ich ihnen aus dem Weg. Das ist besser für uns alle.

Allerdings dachte ich tatsächlich seit Teenagertagen, dass ich selbst irgendwann ein Kind bekommen werde. Ich hab deshalb vieles aufgehoben und gesammelt. Sogar eine Babybox habe ich für uns erstellt.

Nach meiner Diagnose habe ich diesen Gedanken allerdings begraben und einbetoniert.

Vielleicht habe ich deshalb auch angefangen Kindern noch mehr aus dem Weg zu gehen. Schließlich ist der Abschied von diesem  geplanten Leben trotz allem schmerzhaft für mich.

Aber ich weiß, dass es das Richtige ist. Denn es ist eine Entscheidung aus Verantwortung und Liebe!
Eine Entscheidung, die man mit dem Herz einer Mutter trifft.

Sie ziehen zu dritt ein?

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