Manchmal ist es einfach zu viel. Zu viele Leute, zu viele Gefühle, zu viel Überforderung und zu viel Anspannung.

Ich hangel mich aktuell von Tag zu Tag und die letzten Tage waren sehr anstrengend für mich. Vor allem bei einigen Personen hier in der Tagesklinik kommt vieles hoch, da diese fast durchgehend getriggert sind und ich jede ihrer Unsicherheiten und Anspannungen spüre. Ich verstehe diese Gefühlsexplosionen und auch die aggressive Abwehr, die da vorhanden ist und die diese Personen einfach selbst noch nicht bemerken. Ich kenne es von mir. Vom Anfang meiner Reise. Aber es belastet mich. Ich kann mich innerlich nicht gut genug schützen. Jede Regung steigert mein innerliches Karussell und mittlerweile befinde ich mich dabei, mich wegmachen zu wollen. Ich will weg. Weg von mir selbst. Ich will am liebsten umfallen und nie mehr aufstehen. Das liegt an meiner Anspannung. Ich bin mitten in der Borderline-Karussellfahrt Richtung Selbstdestruktion. Ein Selbstschutzverhalten um nicht noch mehr verletzt zu werden. Das Ambivalente daran ist, dass Selbstverletzung Teil dieses Verhaltens ist. Und ich bin kurz davor. Und momentan weiß ich nicht, wie ich da rauskommen kann und ob es nicht vielleicht heute noch eskaliert….

Also suchr ich die Bremse beim Spaziergang und in der Achtsamkeit.

Ich stehe an diesem alten Baum, schaue hoch und sehe dieses heilsame Bild in Mitten meines Chaos.

Nur findet man sie schlecht, wenn man kurz darauf wieder in die Gruppe muss. Aber dank der Schwester in der Tagesklinik finde ich die Bremse dann doch. Sie besteht aus 3 Akupunkturnadeln, die den Weg in drei Stellen an mein Ohr finden.

Entspannung kann offensichtlich sehr einfach sein, wenn man auf chinesische Medizin und drei Nadeln vertraut.

Tag 11 – Selbstverletzungsdrang

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