Wieder in der Tagesklinik.

Ich habe ein inneres Männlein in mir und es läuft seine Runden. In meiner Brust. Schnelle Runden. Immer schneller und schneller. Ich bin unruhig. Ruhelos. Wie getrieben. Ähnlich meines Zustandes vor den Weihnachtsfeiertagen. Sind es wieder meine Tabletten?

Ich gehe davon aus, dass es an ihnen liegt. Gestern habe ich sie deshalb absichtlich vergessen und gegen Nachmittag wurde ich ruhiger. Stabiler. Kein panisch rennendes Männlein mehr. Aber wieso? Die letzten Monate habe ich sie doch vertragen.

Aber wer weiß schon, wie Körper und Tabletten sich einigen oder was sie so absprechen. Vielleicht haben sie sich mittlerweile zerstritten. Mein Körper ist schließlich sehr eigen. Er hat seine eigene Meinung und manchmal trifft er auch seine eigenen Entscheidungen. Mein Kopf kann da ein Lied von singen. Manchmal sind sich Körper und Kopf absolut nicht einig. Wie sollte es der Tablette da anders gehen?

Zumal sie mich ja nicht beruhigen, sondern aktiver machen sollen. Der Doc und ich waren uns daher einig, dass wahrscheinlich eine Tablettenpause Aufschluss über die Situation bringt. Vielleicht ist mein Dopaminspiegel durch die Tabletten einfach zu sehr gefüllt.

Nun bin ich die kommenden Tage erstmal ohne Medikament, um zu schauen, ob es besser wird und ob ich auch ohne es klar komme.

Tag 3 war auch deutlich besser als die letzten zwei Tage. Neue Gesichter haben die bestehende Gruppe sehr positiv ergänzt. Ein frischer Wind weht nun durch die Klinikräume. Das tut sehr gut. Das bedrückende Gefühl des ersten Tages ist gegangen.

So kann es weiter gehen.

Tag 3: Ruhelos

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