In Beziehungen wird man irgendwann bequem und richtet sich sehr nach seinem Partner. Vor allem, wenn man es als Kind genauso vorgelebt bekommen hat.

So ging es mir und vor allem meinen Ex-Partner, der sich in unseren gemeinsamen Jahren immer sehr nach mir gerichtet hat.
Etwas, was mich immer sehr gestört hat. Mein Wunsch war immer ein anderer. Nur in einer Beziehung kann man Dinge, die beide betreffen, selten alleine regeln. Und so änderte sich das dann erst nach der Trennung. Zu meiner freudigen und auch traurig machenden Überraschung. Mitten im Blumenladen fing er an eigene Wege zu gehen und eigene Ideen zu haben. Also ihm tut die Trennung echt mal gut – Meinem neuen besten Freund und Übergangs-Mitbewohner. 🙂

Nun nach der Trennung muss ich mich privat und freizeittechnisch vollkommen neu aufstellen. Ich hab schließlich keine Lust alleine in meiner Wohnung zu vergammeln oder ein ewiger trauriger Single zu sein. So erfährt man auch nicht seinen Marktwert. Grade nach 17 Jahren Beziehung, ohne je einen anderen Mann geküsst zu haben, ist das schon sehr interessant zu erfahren. Und überraschend. Zumindest für mich, die vor 17 Jahren ein Mauerblümchen war und den Selbstwert einer Socke hatte.

Also raus aus dem Trott und ab ins Leben.

Aber, wenn durch unterschiedlichste Faktoren und Ereignisse im Leben der Freundeskreis über die Jahre recht Mau geworden ist, hat man erstmal ein Problem. Vor allem nach einer Trennung, wo sich bei den Freunden dann zeigt, wer zu welchem Partner gehört.

Neue Freunde zu finden ist anstrengend und zeitintensiv. Und mal eben Kaffee trinken gehen ist nicht drin, wenn da niemand für da ist. Und mit Mitte 30 sind die meisten mit ihren Kindern beschäftigt.

Als man selbst Kind gewesen ist, war das noch einfacher mit den Freundschaften. Ein „Darf ich mitspielen?“ hat da schon gereicht und man war über Jahre verbunden dank Lego, Puppen und Sandkästen. Manchmal reichte auch eine Blumenwiese, um Gänseblümchenkränze zu gestalten.

Gottseidank gibt es aber Apps für spontane Menschen. Und so bin ich nach nur einer Woche total vernetzt, war schon einige Male Kaffee trinken, habe die unterschiedlichsten, netten Menschen kennen gelernt und tatsächlich auch einen Mann kennen gelernt, den ich sehr interessant finde und wiedersehen werde.
Mittlerweile bildet sich sogar eine Mädelsgruppe, die sich regelmäßig treffen will. Offenbar ist in meiner Altersklasse echt der Bedarf da, um nach Trennungen oder Umzügen nicht in der Einsamkeit von Stadt oder Dorf zu ertrinken.

Mein Leben steht Kopf und ich finde es supermegaaffenstark.

Und das alles zwischen Umzug, WG-Gründung und Anwaltstermin.

Wenn das mal kein verrückter Neustart ist!

Verrückter Neustart

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