„Wenn du groß bist, dann aber….!“

„Werde erstmal erwachsen!“

Sprüche, die jeder von uns kennt. Aber was bedeutet eigentlich dieses Erwachsensein? Wann bin ich erwachsen?

Ist überhaupt jemand jemals erwachsen?

Vergleichen wir doch mal das Kindergartenalter mit dem Teenageralter und dem sogenannten Erwachsenenalter.

Ich finde ja, da gibt es gravierende Ähnlichkeiten. Nehmen wir zum Beispiel mal die Grüppchenbildung, das Lästern oder das große Thema „Der hat mir etwas weggenommen!“ Irgendwie wiederholt sich das doch in jeder Lebensepoche.

Es gibt immer die Coolen, die Hübschen und die Nerds. Später kommen dann noch die Raucher dazu. Oder ist das wieder unser Schubladendenken, was in dieser Zeit nach und nach entsteht und nicht wieder von dannen zieht?

Viele haben noch immer Kuscheltiere zum Schlafen und liebhaben oder Spielzeuge wie Puzzle, Gesellschaftsspiele, Playstation oder XBox zuhause. Und sind eigene Kinder nicht auch eine gute Ausrede, um Mickey Mouse zu lesen, das alte Lego hervor zu holen oder sich auf eine Schaukel zu setzen?

Wie viele Erwachsene gehen gerne in die neuen Kinderfilme und haben da eine Menge Spaß?

Natürlich ändert sich zwischen Kindheit und Teenagerdasein hormonell einiges. Da brauchen wir nicht drüber reden. Das Thema Sexualität und Alkohol spielt plötzlich eine große Rolle. Sich ausprobieren und von den Eltern abkapseln. Aber bestimmte Verhaltensweisen bleiben trotzdem bestehen. Und vieles aus der Schulzeit wiederholt sich in Uni, Ausbildung und dem Berufsleben.

Die größte Lüge aller Eltern ist doch, dass alles nach der Schulzeit viel besser wird. Alle werden erwachsener. Aber was ist das Erwachsensein?

Leben wir vielleicht ab dem Teenageralter nur unsere wechselnden Rollen aus und sonst sind wir die selben? Oder beschreibt das Wort „Erwachsen“ letztlich nur, dass wir uns von unseren Eltern losgesagt haben, uns nun um jede Kleinigkeit des Lebens selbst kümmern müssen und ansonst genauso ahnungslos sind wie zuvor?

Ich muss zugeben, ich weiß es nicht. Ich fühl mich immer noch wie mit 19 und das hat sich in den letzen 15 Jahren nicht dramatisch geändert. Teilweise bin ich bei einigen Dingen genauso ahnungslos und planlos wie zuvor. Nur habe ich mehr erlebt und auch etwas mehr Wissen über einige Dinge erlangt. Sozusagen mehr Übung im Planlossein. Aber erwachsen bin ich nicht.

Und das finde ich tatsächlich wahnsinnig gut!

Meiner Meinung nach sollte man immer einen großen Teil seiner kindlichen Unschuld bewahren. Eines der wertvollsten Güter, die wir haben aber viel zu oft verlieren. Wahrscheinlich ist auch deshalb der Hype um die Einhörner vor ein paar Jahren so ausgebrochen. Eigentlich wünscht man sich doch aus vollem Herzen mal kindisch und albern sein zu dürfen.

Vielleicht ist die Lösung für mehr Glück im Leben daher ganz simpel. Vielleicht sollte man sich einfach zwischendurch das Kindsein selbst verschreiben. Es normalwerden lassen.

Sozusagen ein kleiner Urlaub vom Leben einer „scheinbaren erwachsenen Person“.

Was ist eigentlich dieses Erwachsensein?

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