Was wünsche ich mir eigentlich für meine Zukunft?

Und was brauche ich in meinem Leben, um glücklich zu sein?

Und was ist für mich und meine Zukunft zu vernachlässigen?

Gibt es darauf überhaupt eine einzig richtige Antwort? Oder ist es nicht vielmehr so, dass sich genau diese „wichtigen Dinge“ im Laufe der Zeit und des Lebens für uns ändern, weil wir uns stetig verändern. Vom Kind zum Teenager und dann vom neuen Lebensabschnitt gestaltenden Mittzwanziger zum verheirateten Elternteil. Oder doch vielleicht eher einem reisefreudigen Workaholic. Jeder von ihnen hat andere Ziele und Träume… Jede Jule hatte in ihren bisherigen Lebensabschnitten unterschiedliche Vorstellungen, Ziele und Träume.

Ich hab für mich momentan keine Antworten auf diese Fragen. Nera ist unersetzbar und wichtig. Darüber brauchen wir nicht zu reden! 

Aber was macht mich innerlich dauerhaft glücklich oder erfüllt mein Leben? Vielleicht ist es auch die Frage nach dem „Wer bin ich eigentlich und was macht mich aus?“. Oder ein „Wozu bin ich geboren?“.

Das Übel der Depression.

Ich hatte einst Antworten auf diese Fragen. Hart erkämpte Antworten. Nun sind sie im schwarzen Kosmos meines Kopfes versunken und vielleicht auf ewig verloren. Die Depression sagt dies zumindest. Sie greift täglich meine Träume und Hoffnungen an und baut sie um zu einem tristen Grauen und dunklen Albträumen ohne Ausweg und Wiederkehr. Jede Nacht suchen mich diese Albträume heim. Meistens geht es um den Job oder um meine Zukunftsperspektiven. Mein Thema. Denn ich will mir eine Zukunft bauen. Kein depressiver Mensch will gerne sterben oder würde gar eine rosige Zukunft ausschlagen. Nur sie zu sehen, zu finden oder gar zu glauben ist durch die Erkrankung kaum bis gar nicht möglich. Der innere Schmerz und die Hoffnungslosigkeit, die daraus und aus der Depression an sich resultieren, sind oft so schlimm, dass man nicht mehr da sein will. Es nicht mehr fühlen will. Dabei geht es gar nicht um das tot sein wollen, denn jeder depressive Mensch hat Angst vor dem Tod und dem dazugehörigen Kontrollverlust. Ich glaube jeder, der diese innere Pein nur kurzzeitig nachfühlen müsste, würde seine ablehnende Meinung zur Sterbehilfe ändern. Es ist einfach unaushaltbar und doch muss man es täglich aushalten, um die Krankheit bekämpfen zu können. Eine Depression zu bekämpfen erfordert mehr Kraft, Selbstüberwindung und Arbeit als so mancher Hochleistungssportler in 10 Jahren Wettkampf benötigt.

Nicht umsonst ist die Depression eine der tödlichsten Krankheiten auf unserer Erde. In Europa töten Depressionen beispielsweise mehr Menschen als jegliche Form von Kriminalität, Gewalt, Krieg und Terrorismus zusammengenommen. Und laut WHO sterben mehr Menschen an Selbstmord als an anderen tödlichen Erkrankungen. In Deutschland ist Selbstmord eine der häufigsten Todesursachen. Also nichts mit, ist ja nicht so schlimm! Erschreckend, wenn man bedenkt, dass immer mehr Menschen daran erkranken. Und unglaublich, dass diese Krankheit noch von so vielen Leuten als persönliche Schwäche oder ungefährlich tituliert wird bzw. Betroffene abgewertet und stigmatisiert werden. Etwas, was die selbstabwertenden Gedanken im Kopf nur noch mehr anheizt und das Gesundwerden verständlicherweise erschwert.

Vielleicht brauch ich daher momentan erstmal nur eines – Überlebenswillen. Hört sich nach wenig an, nicht wahr?….

Was man so braucht

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